Archiv der Kategorie Kontrovers
Die amerikanische Hypothekenkrise und der Markt
6.2.2008 von fhofmann.
9. August 2007 Die Börsen in New York und Frankfurt rutschen tief in die roten Zahlen. Analysten sprechen von panikartigen Verkäufen bei Finanzaktien. Die US-Hypothekenkrise schürt die Angst, dass bei vielen Banken erhebliche Risiken schlummern.
Im Januar 2008 ist immer noch nicht Ruhe. Die Aktienmärkte haben sich gerade etwas erholt, da rutschen weltweit die Indices ins Minus. Panik - diesmal vor einem handfesten Zusammenbruch der US Konjunktur - macht sich breit.
Eventuell zu recht, denn in den USA wird das richtige Immobilien-Desaster erst für den Sommer 2008 erwartet. Dann nämlich laufen bei vielen “Hausbesitzern” die Verträge mit verminderten Zinsen - teilweise ohne jegliche Tilgung - aus.
Doch jetzt schon hat die Hypothekenkrise in den USA nicht nur Millionen Hausbesitzer über Nacht ins Elend gestürzt. Ganze Städte sind dadurch verkommen. Zum Beispiel Cleveland im US-Bundesstaat Ohio: Verlassene Häuser, Plünderungen, massiv ansteigende Gewalt - das ist die einstige Vorzeigestadt heute.
(Tagesschau.de v. 06.02.2008)
Und aus England und Irland rollt die nächste Hypotheken Krise heran:
“So haben im Vereinigten Königreich Banken in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegen 14.000 private Schuldner Zwangsversteigerungen eingeleitet, die ihre Raten für Häuser und Eigentumswohnungen nicht mehr bezahlen können. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg von 30 Prozent.” (FTD v. 14.09.2007)
Zeigt sich, dass das Modell das allmächtigen Marktes quasi wie ein Naturgesetz zur Verarmung großer Bevölkerungsschichten führt?
Jedenfalls geht zur Zeit eine gewisse Ängstlichkeit um in den Aktienmärkten. Könnte dies nicht ein Indiz sein für ein auch zur Hälfte auf Intuition beruhendem Wissen: Ohne regulierende Eingriffe wird dieses System vor die Wand fahren.
Amerika ist uns auf diesem Weg ein paar Jahrzehnte voraus. Hoffentlich werden wir genug Geistesgegenwart und Mut zum Handeln haben, um Konsequenzen ziehen zu können aus den Erfahrungen, die zur Zeit in den USA gemacht werden.
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Nokia plant Werksschließung in Bochum
26.1.2008 von fhofmann.
Der Imageschaden für Nokia ist beträchtlich: Einer Umfrage zufolge wollen 56 Prozent der Deutschen kein Nokia-Handy mehr kaufen.
An dieser Stelle muss eingehakt werden! Können wir nicht froh sein, dass Nokia statt ins außereuropäische Ausland abzuwandern nach Rumänien zieht.
Dass sich das Lohn- und Preisniveau innerhalb der EU auf Dauer angleichen muss, dürfte wohl jedem klar werden. Wenn wir jetzt einen Boykott durchziehen, schaden wir einem der letzten Handy-Produzenten, der in Europa produziert, und sägen so den Ast ab, auf dem wir selber sitzen.
Statt zu jammern sollten wir jetzt lieber auf den Rohstoff vertrauen, der in Deutschland am meisten zu finden ist. Die Fundstätte liegt zwischen unseren Ohren - er heißt Gripps.
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